Mein Weg zu Wing Tsun

Es begann im Kloster

Als ich 10 Jahre jung war, zog ich in das Jungen-Internat des Franziskaner-Klosters in Würzburg.
Ein Grund dafür bestand darin, dass es tatsächlich mein Wunsch war, einmal Priester zu werden, ein anderer Grund war, dass es an unserem damaligen Wohnort (Höchstadt an der Aisch) kein Gymnasium gab.
Außerdem war meine Mutter allein erziehend und meinte, dass ich bei den Franziskaner-Patres gut aufgehoben wäre.

Im Internat lebte ich mit ca. 80 Jungs im Alter von 10 bis 19 Jahren zusammen.
Von dort besuchten wir das Humanistische Gymnasium in Würzburg.Wolfgang_1964b
Unser Zusammenleben im Internat war geprägt von dem Macht-Bedürfnis der Älteren und Größeren über die Jüngeren und Kleineren.
Ich empfand es damals als ständigen Existenzkampf:
Wollte ich mir mit hungrigem Magen im Speisesaal aus dem Brotkorb eine Scheibe Brot holen, kam ein Größerer, schob mich zur Seite und nahm sich vor mir – schlimmstenfalls – die letzte Scheibe.
Ging ich ganz friedlich im Flur des Internats und kam mir ein Größerer entgegen, rempelte er mich einfach zur Seite.
Nach einigen derartigen Erfahrungen hatte ich „die Schnauze voll“ und wehrte mich.
Das Ergebnis sah jedoch oft so aus, dass ich danach mit Schmerzen und blutender Nase am Boden lag.

Im Laufe der Zeit wuchs jedoch meine Fähigkeit, Schmerzen zu ertragen, was sich darin zeigte, dass ich zwar noch immer von einem kräftigeren Stoß oder Schlag zu Boden geworfen wurde, danach jedoch wieder aufstand und meinen „Peiniger“ wieder und wieder und wieder angriff.
Es geschah dann immer öfter, dass ich den Angreifer, der mich triumphierend schon besiegt am Boden liegen sah, mit meinem wachsenden „Stehaufvermögen”, mit meinem Gegenangriff und meiner größeren Ausdauer überraschte und die Auseinandersetzung zwar mit blutender Nase, jedoch trotzdem zu meinen Gunsten beenden konnte.
Ältere und „kampferfahrenere” Schulkameraden brachten mir dann noch bei, meine Fäuste, meine Füße und meine Knie im Kampf effizienter einzusetzen.
Bald hatte ich meinen Spitznamen: „Giftzwerg“.
Denn ich war kleiner als der Durchschnitt meiner Altersgruppe.
Als ich dann einmal den Lieblingsschüler unseres Paters verdrosch, hatte ich mir damit in diesem “christlichen Erzieher” einen mächtigen Feind geschaffen.
Dieser Pater suchte von da an richtig nach Gelegenheiten, mich schikanieren zu können.
Und wenn es keine Gelegenheit gab, hat dieses – die „christliche Nächstenliebe“ predigende – Vorbild eine erschaffen.
Wenn er zwischendurch meinte, mich für mein „Betragen” strafen zu müssen, benutzte er dafür einfach sein „Zingulum”.
Das ist der dicke Strick, mit dem die Franziskaner ihre Kutte zusammen binden.
Besonders effektiv spürte ich dabei die drei dicken Knoten in diesem Strick, wenn er ihn mir über den Rücken zog.
Diese drei Knoten sollten tatsächlich ein Symbol sein für „Keuschheit – Demut – Nächstenliebe”!
Ich könnte heute also auch der Reihe der Kläger beitreten, die in ihrer Kindheit von Kirchenvertretern misshandelt wurden.
Schwamm drüber – ich habs überlebt …
Nach vier Monaten beschloss ich, das Franziskaner-Kloster zu verlassen.
(Aktuelle Ergänzung 20.03.2013: Der neue Papst erinnert mich mit seinem Namen wieder an diese Zeit!)

Während der Weihnachtsferien fand meine Mutter für mich einen neuen Platz:
In Bamberg im Kloster der Karmeliten.
Dort erschien mir das Klima zunächst freundlicher und Bamberg war nur noch 30 km von zu Hause entfernt (weniger Heimweh).
Jedoch auch dort gab es nahezu täglich Machtkämpfe zwischen uns Jungs.
„Kampferprobt”, wie ich inzwischen war, konnte ich mich jedoch ganz gut behaupten im Gegensatz zu manch Anderem, der sich dort zum ängstlichen Duckmäuser entwickelte.
Nach weiteren drei Jahren verließ ich auch die Karmeliten, und meine Mutter und ich einigten uns darauf, dass ich inzwischen zuhause mit meiner Schwester (5 Jahre jünger) wohl auch alleine klar kommen würde.

Konditions-Training durch Geldverdienen

Künftig fuhr ich täglich mit dem Postbus nach Bamberg in die Schule.
Die Fahrt mit dem Postbus kostete hin und zurück jeweils 1 DM, die ich täglich von meiner Mutter bekam.
Zu dieser Zeit baute ich zuhause auch grad an einer eigenen Modelleisenbahnanlage.
Jeden übrigen Pfennig steckte ich in Gleise, Waggons, Häuschen usw.
Alles Geld, das ich dafür brauchte, verdiente ich mir jedoch selbst mit Heimarbeit.
Denn das Einkommen meiner Mutter reichte grad mal so, um für sich, meine Schwester und mich Wohnen und Leben bezahlen zu können.

Eines Tages kam mir die Idee, mit dem Fahrrad in die Schule zu fahren.
Ich probierte es ein paar Mal und fand einerseits, dass es zwar anstrengend ist (einige Berge, volle Schultasche, einfaches Dreigang-Fahrrad …), andererseits hielt ich es jedoch für ein ganz gutes Training.
Meine Mutter war bereit, mir die täglichen 2 DM für die Busfahrt auch zu geben, wenn ich statt mit dem Postbus mit dem Rad in die Schule fahre.
Dies war für mich ein Ansporn, da ich mit diesem zusätzlichen Geld ja meine Eisenbahnanlage schneller ausbauen konnte.
So fuhr ich als 14-Jähriger ca. zwei Jahre lang jeden Tag und bei jedem Wetter mit dem Rad die 60 km (hin und zurück) in die Schule, auf dem Gepäckträger Büchertasche, Vesperbeutel und Sporttasche.
Dabei hatte ich auch noch den Ehrgeiz, so schnell zu sein wie der Postbus – eine Stunde.
Für meine Schulkameraden war ich nur “der Verrückte”.
Im Turnunterricht lachten sie jedoch nicht mehr über mich.
Die deutlich spürbare Steigerung meiner Kraft und Kondition spornte mich an, weiterhin mit dem Rad in die Schule zu fahren.

Im Alter von 15 Jahren suchte ich mir Ferienarbeiten.
Körperliche Arbeit reizte mich schon immer mehr als die langweilige Arbeit, die meine Kameraden in Büros oder am Fließband in der Fabrik fanden.
So arbeitete ich in den jeweils zwei Wochen Oster- und Pfingstferien bei den Möbelpackern einer Spedition.
Die sieben Wochen Sommerferien verbrachte ich als Bauhelfer im Hoch- und Tiefbau.
Dabei war ich täglich an der frischen Luft, und die Arbeit mit Pickel und Schaufel stärkte meine Muskeln.

Judo mit den Forchheimer Polizisten

Ebenfalls mit 15 Jahren erfuhr ich, dass die Polizisten beim VfB in Forchheim Judo trainierten.
Das interessierte mich sehr und so fragte ich dort, ob ich mitmachen darf.
Die Polizisten auf der Forchheimer Dienststelle lachten erst amüsiert, waren dann jedoch einverstanden.
Das Training dort machte mir viel Spaß!
Zwischen lauter ausgewachsenen Männern war ich der einzige Junge.
Ich genoss es, wie die Polizisten sich fast väterlich um mich kümmerten und ich lernte viel
(Sicherheit beim Fallen, Gleichgewichtssinn usw.).

Weitere Kampfsport-Erfahrungen

Als meine Mutter mit uns in eine neue Wohnung nach Nürnberg zog, setzte ich mein Judo-Training beim dortigen Verein “SC 04″ in der Rollnerstraße fort.
Judo trainierte ich insgesamt ca. fünf Jahre.
Beim “SC 04″ trainierte ich zusätzlich auch noch bei den Boxern und bei den Gewichthebern.
Am Boxen reizte mich das Training besonders in Bezug auf Kondition.
Als mein Trainer mich jedoch zum Wettkampf in den Ring schicken wollte, beendete ich das Boxen.
Ich wollte mich nicht mit Jemand prügeln, der mir nichts getan hatte.
Und ich wollte nicht Anderen beweisen, dass ich besser oder stärker bin!
So war ich fünf- bis sechsmal pro Woche im Training.
Mein Appetit beim Essen entwickelte sich entsprechend.

Dann lernte ich Tae Kwon Do kennen, was mich sehr faszinierte.
Ich trainierte dies ebenfalls ca. fünf Jahre.
Danach versuchte ich noch Aikido und Jiu Jitsu.
Beides fand ich jedoch nicht interessant genug, um dabei zu bleiben.

KarateYoko Tobi Geri

Inzwischen im Raum Erlangen wohnend und arbeitend traf ich auf Werner Enderes (Endo) und lernte bei ihm Shotokan-Karate, zunächst in der allgemeinen Gruppe in seiner Schule,
dann im Privatunterricht bei Werner in einer kleinen Gruppe.
An die Zeit mit Werner erinnere ich mich sehr gerne, und ich zähle ihn heute noch zu meinen Freunden.
Durch Werner fand ich zu einer für den Kampfsport und später für die Selbstverteidigung notwendigen Einstellung:
Einerseits Kampfgeist, andererseits Verantwortungs-Bewusstsein.
Sein Motto habe ich immer im Gedächtnis behalten:
„Nie als Erster – immer als Letzter!“
Als Werner nach Spanien auswanderte, trainierte ich weiter bei seinem Nachfolger Reinhard Döhnel.
Karate trainierte ich insgesamt 12 Jahre.

Wing Tsun auf den Seychellen

Bekannte berichteten mir schon 1994 immer wieder und sehr begeistert von Wing Tsun.
Während eines Urlaubs 1996 auf den Seychellen lernte ich dort einen Mann kennen, der davon sprach, dass er Wing Tsun (WT) in München trainiert.
Was er mir erzählte und zeigte, machte mich neugierig.
Er sagte mir, dass es in Erlangen einen guten Lehrer für WT gibt.

Die ersten Jahre mit Wing Tsun

Nach meinem Urlaub dachte ich zunächst nicht mehr an WT,
fand dann jedoch in einem Laden einen Prospekt, in dem die WT-Schule in Erlangen zu einem Tag der offenen Tür einlud.
Ich lernte dort den Leiter dieser Schule – David Dautremay – kennen.
Was er sagte und zeigte, beeindruckte mich so sehr, dass ich zum Probe-Training am 15.09.1996 antrat.
Dabei machte ich dann die Erfahrung, dass es für mich wohl noch viel zu lernen gibt, was meine bisherigen Kenntnisse und Erfahrungen weit übersteigt.
Und tatsächlich lernte ich in den folgenden 5 Jahren viel von Dautremay, wofür ich ihm heute noch dankbar bin.
Im Jahr 2001 schied Dautremay aus der EWTO (Europäischen Wing Tsun Organisation) aus und
gründete einen eigenen Verein.
Aus Loyalität blieb ich zunächst bei ihm, hielt jedoch auch meine Mitgliedschaft in der EWTO aufrecht.
Im Jahr 2003 verließ ich Dautremay und trat in die der EWTO damals noch angeschlossene Schule
von Stephan Bollen in Erlangen ein.
Den 12. SG (Schülergrad) erhielt ich am 21.07.2007 in Küsnacht/Schweiz mit „wackligen Knien“ (anstrengend!) aus der Hand von Sifu Giuseppe Schembri (8. PG).
Von April 2007 an besuchte ich zusätzlich zu meinem Training bei Stephan Bollen die Schule von „Dusty” Frank Distler in Forchheim.
Und als Bollen zum 31.12.2007 die EWTO verließ, trennte ich mich von ihm und trainierte ausschließlich bei Dusty.

Erste Schritte als Lehrer

Im Sommer 2008 wurde ich von den Mitgliedern eines Vereins (Rotatio), bei deren Veranstaltungen ich mehrmals als Gast eingeladen war, gefragt, ob ich mal einen Workshop über Selbstverteidigung veranstalten könnte.
Die Aufgabe reizte mich und ich bereitete mich daher auf den Termin am 11. Januar 2009 sehr gründlich vor.
Im Sommer 2008 übergab ich außerdem meine bisherige Firma an einen bewährten Mitarbeiter.UBV-Logo-Printversion-PDF-online- blau
Somit verfügte ich nun auch über mehr Zeit, die ich für mehr Training und für die Vorbereitung des Workshops nutzte.
Von den 16 Teilnehmern des Workshops erhielt ich danach ein sehr positives Feedback, was mich freute und anspornte, weiter zu machen.

Begonnenes ausgebaut und fortgesetzt

Während meiner Vorbereitung für den Workshop regte mich ein Freund an, daraus doch mehr zu machen.
Ich bewarb mich daraufhin bei der Volkshochschule (VHS) in Erlangen als Kursleiter in der Rubrik „Selbstverteidigung“.
Eine Sachbearbeiterin der VHS hatte gute Kontakte zu den Schulen in Erlangen, sodass ich im November 2008 schon an drei Schulen eingesetzt wurde, wo ich den Kindern Unterricht in „Gewaltprävention” gab.

Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche

Da ich Kinder sehr gerne mag (ich habe selbst einen Sohn und zwei Enkelsöhne), macht mir diese Arbeit viel Spaß – den Kindern offenbar auch.
In der WT-Welt (Mitgliedszeitung der EWTO) hatte ich schon über die Arbeit von Roy Schirdewahn (Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche) und Peter Thietje (Kinder Wing Tsun) gelesen und erkannte im Zusammenhang mit meiner Arbeit an den Schulen die Notwendigkeit, mein Wissen und Können in diesem Bereich zu erweitern.
Daher besuchte ich am 28.2. und 1.3.2009 den Lehrgang „Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche“ von Roy Schirdewahn.
Besonders dieser Lehrgang gefiel mir so gut und ich bekam dabei so viele nützliche Informationen, dass ich ihn am 28. und 29. März 2010 ein 2. Mal und am 19. und 20. November 2011 IMG_1747a
ein 3. Mal absolvierte.
Außerdem nahm ich dann auch noch am 14. und 15. März 2009 am Lehrgang „Kids-WT“ von Peter Thietje teil, dessen Inhalt mir für meinem Unterricht mit Kindern ebenfalls sehr nützlich ist.

Wachsen durch Anforderungen

Der Unterricht mit Kindern und Jugendlichen stellt an einen Lehrer mehr Anforderungen als der Unterricht mit Erwachsenen.
Kinder sind manchmal schnell gelangweilt oder auch schnell überfordert.
Sie besitzen noch nicht die Disziplin und die Konzentrationsfähigkeit der Erwachsenen.
Als Lehrer brauche ich daher bei Kindern viel Geduld und Aufmerksamkeit.
Kinder sind jedoch oft begeisterungsfähiger als Erwachsene und können sich mehr freuen!

Lernen mit Kindern und Erwachsenen

Und was ich im Unterricht mit Kindern lerne, kann ich wiederum sehr gutIMG_1083a
auch im Unterricht mit Erwachsenen verwenden, da auch hier die einfachere Sprache oft leichter verstanden wird als wissenschaftliche Analyse und Erklärungen.

Frauen-Selbstverteidigung – noch ein Spezialgebiet

Am 4. und 5. April 2009 absolvierte ich noch den Spezial-Lehrgang „Frauen-Selbstverteidigung“ bei Sabine Mackrodt in Kassel, den ich am 14. und 15.11.2009 wiederholte, da ich inzwischen auch Workshops mit Frauengruppen halte, und Schülerinnen habe, die ich privat in ihrer Wohnung unterrichte.

Forchheim – meine neue Heimat

Eine dieser Schülerinnen war Michaela in Forchheim, meine jetzige Ehefrau.
Sie hatte mich seit März 2009 als Privat-Lehrer für Selbstverteidigung in ihrem Zuhause engagiert.IMG_0310
Dabei sind wir uns auch persönlich näher gekommen, sodass ich im August 2009 zu ihr nach Forchheim gezogen bin.
Am 9.9.2011 haben wir geheiratet.
Michaela lernt immer noch eifrig Wing Tsun – zahlt mir jetzt jedoch kein Honorar mehr ;-).
Und ich werde von ihr tatkräftig unterstützt, indem sie mir in meinen Spezial-Kursen für Frauen assistiert.
Denn sie kann als Frau den Frauen oft noch überzeugender als ich demonstrieren, dass und wie Wing Tsun funktioniert.

Kinder-UnterrichtIMG_1744a

Von Juni bis Juli 2009 unterrichtete ich mit dem Ziel „Verhütung von Kindsmissbrauch” bereits zwei Gruppen mit je 18 Kindern der 1. Grundschulklasse in Dormitz, danach auch an anderen Schulen und Kinderhorten im Raum Forchheim.

Selbst-Erkenntnis und -Erfahrung

Ich befasse mich nun seit 1964 mit Kampfsport.
Ohne Bewertung anderer Stile (!) ist für mich Wing Tsun in Bezug auf Kampfkunst das Interessanteste, in Bezug auf Selbstverteidigung das Effizienteste, das ich jemals kennen lernen durfte!
Das Wichtigste bei WT ist für mich inzwischen jedoch die Arbeit an mir selbst geworden.
Immer mehr erfahre und lerne ich etwas über mich und kann es nahezu 1:1 auf mein Leben übertragen.
Und vieles von dem, was mir im Leben bewusst wird, kann ich wiederum im WT umsetzen (eigenen Standpunkt haben und vertreten, jedoch nicht darauf beharren; der Energie, die in aggressiv geführten Gesprächen provozierend auf mich zu kommt, nicht meine Energie entgegen setzen und sie damit vergeuden, sondern die fremde Energie an mir vorbei fließen lassen und sie zu meinem Vorteil nutzen, u.v.a.).
Diese Kampfkunst bringt mich mehr und mehr auf meinen Weg, meinen Weg zu mir selbst!

Der 1. Lehrergrad (1. HG)

Als 12. SG setzte ich mir im Jahr 2007 das Ziel, den 1. Lehrergrad (1. HG) der EWTOIMG_6228 zu meinem Geburtstag im April 2009, zu erhalten.
Dieses Ziel erreichte ich am Oster-Wochenende 2009 auf Schloß Langenzell bei Heidelberg (damalige EWTO-Zentrale), wo ich am Karfreitag den zweiten Teil meiner praktischen Prüfung bei Großmeister Kernspecht absolvierte,
und am Karsamstag und Ostersonntag den Trainerschein machte – ein Tag vor meinem Geburtstag.

Lernen, lernen – ohne Ende

Ich weiß, dass damit mein Weg im WT erst richtig begonnen hat, weil ich nicht nur sehe, was ich schon kann, sondern auch immer mehr erkenne, was ich noch lernen kann.
Ich freue mich über jeden kleinen Schritt, der mich weiter bringt.
Und im Gegensatz zu meinen früheren Aktivitäten im Kampfsport bin ich mir sicher, dass ich WT lernen und praktizieren werde, solange ich lebe, gesund bin und mich frei bewegen kann.
Ich freue mich immer wieder darauf, mein Wissen, meine Erkenntnisse und meine Erfahrung an meine Schüler weiter zu geben. Dabei wird mir Manches noch bewusster und ich lerne ebenfalls!

“Die Freude, zu sehen, wie Andere besser werden, ist größer als die Freude, besser zu sein als Andere!“

Inzwischen gebe ich als Dozent an der Volkshochschule Forchheim an Kinder und Erwachsene Unterricht in Selbstverteidigung und Selbstbehauptung.
Und an einigen Kinderhorten und Schulen in der Umgebung von Forchheim (z.B. in Igensdorf, Eckental, Bamberg, Strullendorf, Dormitz, Hetzles, Kleinsendelbach, Gößweinstein, Kersbach, Heroldsbach, Willersdorf, Ebermannstadt, Pinzberg, Wiesenthau, Mittelehrenbach usw.) unterrichte ich Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, sich zu schützen vor Missbrauch und Gewalt, und sich im Leben zu behaupten.
Mehrmals im Jahr veranstalte ich Kurse in Selbstverteidigung, die den Teilnehmern gleichzeitig auch eine Einführung in Wing Tsun bieten.

Im November 2011 habe ich sämtliche Prüfungen der EWTO auch zum 2. Lehrergrad (2. HG) bestanden.

Die Tatsache, dass ich “Selbstverteidigung mit Wing Tsun” auch Personen lehre, die nicht Mitglied der EWTO sind, erregte leider das Missfallen maßgeblicher Personen dieses Verbands.
Und da ich nicht bereit war, dies zu ändern, wurde meine Mitgliedschaft in der EWTO im April 2013 im beiderseitigen Einvernehmen beendet.
Mit meinem Ausscheiden aus der EWTO mußte ich auch meine Lehrtätigkeit in der WT-Schule von Distler beenden.
Ich bin der EWTO zwar auch weiterhin dankbar für das, was ich in fast 17 Jahren dort gelernt habe!
Die Einträge in meinem Gästebuch zeigen mir jedoch, dass ich auf dem richtigen Weg bin!
Das Leben geht weiter – auch ohne EWTO.

Und es geht weiter mit Lernen – Lernen – Lernen ohne Ende …

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