Wir übersetzen die verbalen „Wolfsattacken“ in die „Giraffensprache“ und
nehmen auf diese Weise den Gesprächen die Spitze und die Aggression.
1. Schritt: Die Situation möglichst objektiv erkennen und wiedergeben
2. Schritt: Gefühle artikulieren
3. Schritt: Erkennen, welche Bedürfnisse dahinter stecken
4. Schritt: Formulierungen von Wünschen und Bitten
Beispiel der Wolfs-Sprache:
- Du warst heute schon wieder zu faul, den Müll raus zubringen! (Bewertung)
- Ständig muss ich darauf achten, dass hier alles läuft! (Verallgemeinerung)
- Du kümmerst dich um nichts! (Kritik)
- Du machst das nur, um mich zu ärgern! (Interpretation, Unterstellung)
- Wenn sich das in Zukunft nicht ändert, dann werde ich für dich auch nicht mehr ....! (Strafandrohung)
Beispiel der Giraffen-Sprache: (Übersetzung):
- Du hast den Müll nicht raus gebracht. (Objektiver Sachverhalt – Situation)
- Ich bin verärgert und habe das Gefühl, für alle Aufgaben im Haus allein verantwortlich zu sein. (Gefühle)
- Gerne möchte ich im Haushalt entlastet werden (Bedürfnisse)
- und wünsche mir deshalb allgemein mehr Entgegenkommen und Mitwirkung von deiner Seite. (Wünsche)
Um zukünftige Zielsetzungen und Vereinbarungen auszuarbeiten,
ist die "giraffische" Übersetzung als Grundlage sehr hilfreich.
Es empfiehlt sich, mit „Giraffenohren“ herauszuhören, welche Gefühle,
Bedürfnisse und Wünsche angesprochen werden, und entsprechend darauf zu reagieren.
Auf unser Beispiel angewandt könnte das Gespräch dann
in folgender Form weiter verlaufen:
„Es war nicht meine Absicht, dich zu ärgern.
Ich mag das „Müllmachen“ nicht sehr, deshalb vergesse ich es leicht.
Vielleicht kann ich dafür gleich das Staubsaugen übernehmen?“
(Dem Bedürfnis des Partners nach Entlastung und dem Wunsch nach Mitwirkung wird hier Rechnung getragen)
Oder – für den Fall, dass ich
die Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche des Anderen zwar erkannt habe,
diese aber nicht erfüllen möchte (aus welchen Gründen auch immer):
„Du bist verärgert. Das war nicht meine Absicht.
Ich mag die Hausarbeiten zwar ganz und gar nicht,
möchte aber deswegen keinen Streit mit dir.
Können wir uns gemeinsam etwas überlegen,
was für unser beider Entlastung geeignet wäre?
Du kannst dir meiner allgemeinen Unterstützung und Mitwirkung
auf jedem anderen Gebiet völlig sicher sein.“
Die Methode:
1. Wiederholen des Gesagten mit eigenen Worten
2. Gefühle ansprechen („Ich habe den Eindruck, du fühlst dich ...)
3. Bedürfnisse erkennen und ansprechen
(„Wenn ich dich richtig verstehe, hast du das Bedürfnis nach ...)
4. Wünsche und Bitten formulieren („Möchtest du in Zukunft, dass ...?“)
Wenn wir lernen, eher "giraffisch" zu kommunizieren, haben wir viele Vorteile:
- Verbessertes Verständnis auf beiden Seiten
- Transparenz von Absichten und Motivation, so dass eine Abwehrreaktion oder Aggression unnötig wird
- Positive Bearbeitung von Konflikten
Mehr zum Thema: Gewaltfreie Kommunikation (GfK)
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Dann schreiben Sie mir bitte einfach eine Mail.
Wolfgang Pecher