Kampfsport oder Kampfkunst?

Unter “Kampfsport” oder “Kampfkunst” verstehen wir meistens die körperliche Auseinandersetzung mit einem Gegner.

Die Einen sagen dann: “Brauch ich nicht, interessiert mich nicht.”
Die Anderen denken dabei an muskulöse und durchtrainierte Körper, was für viele jedoch unerreichbar ist.

Im Sport geht es um Leistung und um Wettkampf – nach Regeln.

Im Kampfsport kämpfe ich (ohne Notwendigkeit) mit einem anderen Menschen, um mich und meine Kampfstärke mit ihm zu vergleichen.
Dabei nehmen Beide in Kauf, sich gegenseitig körperlich zu verletzen, um diesen Kampf als Sieger zu beenden.

Im Kampfsport ist – wie in jedem Wettkampf – das vorrangige Ziel, besser und stärker zu sein oder zu werden als Andere!

Als Lehrer der Kampfkunst (= ohne Wettkampf) denke ich jedoch:

Meine Freude, zu sehen, wie Andere besser werden, ist größer als meine Freude, besser zu sein als Andere!

Kampfkunst steht für mich immer im Zusammenhang mit (notwendiger!) Selbstverteidigung.

Ich lerne kämpfen, um in einer Notsituation mich (oder Andere) gegen einen körperlichen Angriff schützen und verteidigen zu können.

Wenn ich KampfKunst lerne und trainiere, will ich nicht besser sein oder werden als Andere, sondern in dieser Kampfkunst besser werden als ich vorher war!

Dabei gilt für mich der Grundsatz:

Der beste Kämpfer ist nicht der, der jeden Kampf gewinnt, sondern der, der jeden Kampf vermeidet!

Allerdings gilt auch:

“Kämpfen können und es nicht wollen ist besser als kämpfen müssen und es nicht können!” Wolfgang Pecher

Und diese Denkweise und Haltung gebe ich gerne auch weiter an meine Schüler/innen.

Kampfsport ist … Vergleich mit Anderen, … Wettkampf gegen Andere, … siegen über Andere, … besser sein wollen als Andere …

Kampfkunst ist … Selbstbezug, … Kämpfen nur in Not, … siegen über sich selbst, … besser werden wollen als vorher!

Die Kampfkunst “Wing Tsun” ist nicht GEGEN Andere, sondern FÜR mich!

Wing Tsun bietet als Kampfkunst weitaus mehr als nur Kampfsport.
Beim Erlernen und Training von Wing Tsun setzt sich der Schüler nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch mit den Bewegungen und Konzepten des WT auseinander.

Er lernt, sein Handeln zu analysieren und zu hinterfragen.

Durch Einzelübungen und Partnertraining wird die Wahrnehmung des eigenen Körpers geschult.

Dabei werden körperliche und geistige Fähigkeiten entwickelt, die sich über das Training hinaus auch im Alltag bewähren.

Mit Spaß am Training werden körperliche und geistige Kondition und Koordination gefördert.

Und man hat den positiven Nebeneffekt, eines der besten und am meisten durchdachten Selbstverteidigungs-Systeme zu lernen.

Im „Wing Tsun“ lernen wir, mit Anderen optimal umzugehen, und dass dies nur dann gut funktioniert, wenn wir den optimalen Umgang mit uns selbst gelernt haben!

Wir lernen kämpfen, um nicht kämpfen zu müssen!

Auch Kampf-“Kunst” kommt von “Können” und NICHT von “Wollen”!

“Können” kann man lernen! “Wollen” muß man ver-lernen!

 

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