Gewalt gegen Frauen

Unfassbare Tatsachen!Violence of man against woman

Alle drei Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet!
Jede vierte Frau in Deutschland erfährt Gewalt durch ihren Lebensgefährten!
(Quelle: NN vom 02.12.15)

In der EU gibt es erschreckend viele weibliche Gewaltopfer, wie eine Studie der EU-Grundrechte-Agentur (FRAU) berichtet.
Befragt wurden 42.000 Frauen in 28 EU-Ländern im Alter zwischen 18 und 74 Jahren.

Jede dritte Frau (34 %) in der EU hat seit ihrer Jugend schwere Formen von sexueller Belästigung mit nachfolgender körperlicher/sexueller Gewalt erlebt!

22 % aller Frauen in der EU wurden von ihrem Partner misshandelt!

45 – 55 % aller Frauen ab 15 Jahren in der EU haben sexuelle Belästigung erfahren.

42 % der befragten Frauen haben psychische Gewalt erlebt wie z.B. systematische Abwertung, Demütigung, Ausgrenzung, Verleumdung, schwere Beleidigung, Drohung und Psychoterror, besonders häufig am Arbeitsplatz, in der Ausbildung, in der Schule, in Familien- und Paarbeziehungen, im Freundes- und Bekanntenkreis.
(Quelle: NN vom 05.03.2014)

Gewalt gegen Frauen in Forchheim hat zugenommen!

Die “Nordbayer. Nachrichten” (NN) berichtet am 11.07.15 von 513 Gewaltdelikten im Jahr 2014!
Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von 4,8 %!
Laut Polizei-Angabe, so schreibt die NN, konnte nahezu jeder Fall (93,6 %) aufgeklärt werden.
Als Begründung für die hohe Quote führt die NN an, dass es sich oft um Beziehungsdramen gehandelt habe, wo Täter und Opfer sich kennen.
Die NN zitiert in ihrem Artikel den Polizeichef von Forchheim, Rainer Schmeußer:
“Jede vierte Straftat ereignet sich im sozialen Nahraum!”.

Der böse Unbekannte ist es selten!

Nur 25 % der Übergriffe auf Frauen werden von Fremden begangen. Unangenehme Situationen entstehen für eine Frau viel häufiger in ihrem sozialen Umfeld, in ihrem engeren, bekannten Kreis. In den meisten Fällen kennen sich Täter und Opfer sogar sehr gut!

Die Polizeiliche Kriminalstatistik belegt, dass …

  • … ca. 66 % aller angezeigten Vergewaltigungen im privaten Raum (z.B. Wohnung des Opfers oder des Täters) begangen wurden.
  • … ca. 75 % aller angezeigten Vergewaltigungen von Tätern begangen wurden, die dem Opfer vorher schon bekannt waren, wie z.B.:
  • Der Vorgesetzte am Arbeitsplatz, der seine Machtposition ausnutzt.
  • Der nette, unscheinbare Kollege, der immer unterschätzt wurde.
  • Der „gute, alte Freund“, der seine lang ersehnte Chance ergreift.
  • Der höfliche und charmante neue Bekannte, der eine gute Gelegenheit sieht.
  • Der Verwandte, der meint, sich schon mal etwas raus nehmen zu können.
  • Der Partner/Ehemann, der auf „sein Recht“ pocht.
  • Der Ex-Partner/Ex-Ehemann, der glaubt, noch „ein Recht“ zu haben.

Und das Handeln dieser Triebtäter ist oft langfristig geplant und wohl durchdacht!

Überwiegend männliche Gewalttäter

Gewalt und Belästigung ging häufiger von Männern als von Frauen aus
(71 % nur männliche, 19 % männliche und weibliche, 10 % nur weibliche Täter).
Bei sexueller Gewalt und Gewalt in Paarbeziehungen wurden Männer zu 99 % als Täter genannt.

Weitere Informationen bietet auch das „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ im Internet unter www.bmfsfj.de.
(Quelle: NN vom 05.03.2014)

Gewalt wird als solche nicht mehr erkannt!

Gewalt gegen Frauen (und Kinder) ist ein gesellschaftliches Problem. Die Ursache dafür liegt u .a. in der strukturellen Benachteiligung von Frauen, womit ein Klima geschaffen wird, in dem Gewalt oft verharmlost und als solche gar nicht mehr erkannt wird, weil sie „alltäglich“ geworden ist.
Frauen haben nicht gelernt, sich gegen die alltäglichen Übergriffe zu wehren, da diese oft subtil ablaufen.
In vielen Fällen geht es hierbei (noch) nicht um körperliche Gewalttätigkeiten.
Gewalt gegen eine Frau beginnt nicht erst mit dem körperlichen Kontakt.
Gewalt beginnt schon im Vorfeld! 

Täter testen ihre OpferSexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im Büro

Dies kann z.B. der Fremde sein, der zunächst nur nach dem Weg fragt, oder der Chef, der immer merkwürdigere Aufgaben verlangt, um nach und nach körperlich zudringlicher zu werden.
Es sind anscheinend kleine und „unwichtige” Geschehnisse, wie z.B. „zufällige” unerlaubte Berührungen, das Erzählen frauenfeindlicher (rassistischer) Witze, die von der Umwelt (und auch von der Betroffenen selbst!) als Bagatelle abgetan werden.
Frauen lernen sehr früh zu verdrängen, dass sie solche Grenz-Überschreitungen als unangenehm und verletzend empfinden.
„War ja eigentlich nicht so schlimm”,
„Ist ja eigentlich nichts passiert”,
„Der hat das bestimmt nicht so gemeint” …
… das sind Sätze, die dieses Verdrängen deutlich machen.
Gewalt gegen Frauen beginnt also oft schon mit scheinbar harmlosen Grenzüberschreitungen und passiert selten plötzlich und unerwartet! 

Anerzogenes Opfer-Verhalten macht wehrlos!

Die Intuition hilft und warnt zwar Frauen in kritischen Situationen frühzeitig.
Allerdings wird gerade Frauen im Zuge ihrer Sozialisation beigebracht, nicht auf ihre „innere Stimme” zu hören, sondern den „Verstand” zu benutzen.
Das weibliche Ideal unserer Gesellschaft ist nach wie vor die anständige, nette und immer hilfsbereite Frau, die nur geliebt und geschätzt wird, wenn sie nicht aufsässig wird und nicht unangenehm auffällt.
Sätze wie „Stell dich nicht so an!”, oder „Das war doch nichts — zicke deswegen nicht so rum!” …
… bilden die Grundlage dafür, dass Frauen einer Attacke nicht mehr rechtzeitig etwas entgegensetzen.
Dieses anerzogene Opfer-Verhalten verursacht bei der Betroffenen jedoch ein unangenehmes Gefühl, verunsichert sie und macht sie unfähig, sich in eskalierenden Situationen deutlich zur Wehr zu setzen.
Somit wird die wichtigste Voraussetzung einer effektiven Selbstbehauptung und Selbstverteidigung außer Kraft gesetzt:
„Höre auf deine innere Stimme und handele sofort, wenn Grenzen überschritten werden!”

Bedingtes Einverständnis – die selbst gestellte Falle!

Da verbale oder körperliche Angriffe gegen eine Frau meistens von Personen kommen, von denen frau “so etwas” nie erwartet hätte, weil sie vorher noch geglaubt hatte, den Mann “gut genug” zu kennen, ist sie durch so einen Angriff oft total überrascht!
Wegen dieses Überraschungseffekts reagiert frau wesentlich langsamer und weicher als bei einem Fremden auf der Straße.
Diese langsamere – oft zu späte – Reaktion wird von manchen Männern dann jedoch als scheinbares Einverständnis interpretiert.
Und bei einer evtl. Gerichtsverhandlung muss frau sich dieses “bedingte Einverständnis” schlimmstenfalls sogar noch als Mitverschulden anrechnen lassen, was dann zu einer milderen Bestrafung des Täters oder sogar zu seinem Freispruch führen kann!
Daher ist es besonders für eine Frau sehr wichtig, die Grenzen, die Andere ihr gegenüber einhalten sollten, zu kennen, zu bewachen und – wenn notwendig – zu verteidigen. 

Der gefährlichste Ort für eine Frau

Der gefährlichste Ort für Frauen (und Kinder) ist tatsächlich das eigene Zuhause.Violence of man against woman
Und in 78 % der Fälle sind es die Männer, die zuschlagen!
Auch nach Darstellung von „Terre des Femmes“ (Frauenrechtsorganisation mit Sitz in Tübingen) wird jede vierte Frau in ihrem Leben irgendwann Opfer häuslicher Gewalt. 

Zuhause werden Frauen bedroht durch …

  • … soziale Gewalt (Ungleichbehandlung, Ausgrenzung, Bevormundung, Unterdrückung, Isolation).
  • … ökonomische Gewalt (finanzielle Mittel beschränken, Verbot oder Zwang, berufstätig zu sein).
  • … psychische Gewalt (Kontrolle, Beschimpfungen, Schwächen anprangern und ausnutzen, Einschüchterungen, Drohungen, Kinder als Druckmittel).
  • … physische Gewalt (Schlagen, Treten, Würgen, Einsperren, Essens-Entzug, Verwendung von Waffen, in Einzelfällen auch Mord).
  • … sexuelle Gewalt (Belästigung, Nötigung, Zwang zu sexuellen Handlungen, Missbrauch, Vergewaltigung, auch aufgezwängte Küsse).

Das gilt für alle Schichten. Einkommen und Bildung sind dabei egal!
Und ein Mann, der seine Frau schlägt oder vergewaltigt, wird dies immer wieder tun!
Diesbezüglich erliegen Frauen oft einer Illusion! 

Frauen müssen lernenIMG_1085a

Realistische Selbstverteidigung findet im Kopf statt!
Frauen müssen daher lernen, auf die Warnsignale ihrer Intuition zu achten, und bei der ersten Ohrfeige sofort Grenzen setzen!
Es ist wichtig, dass sie den Männern klar machen: „Du hast kein Recht dazu!“!

Selbstverteidigung mit Wing Tsun

Wing Tsun ist eine Kampfkunst,die vor ca. 300 Jahren von Frauen für Frauen entwickelt wurde.
Hier kann frau lernen, sich gegen körperliche Angriffe wirksam zu schützen und zu verteidigen.
Mit den gelernten Kenntnissen über Selbstverteidigung wächst ihr Selbstbewusstsein.
Das daraus wachsende Selbstvertrauen und ihre damit entstehende Selbstsicherheit bewirken, dass frau seltener in unangenehme Situationen gerät, oder dass sie solche Situationen durch Selbstbehauptung besser bewältigt.

 

Von Frau zu Frau

Bei den Kursen für Frauen werde ich unterstützt von Michaela, meiner Frau.
Michaela lernt Wing Tsun seit 2009.
Aus der Perspektive einer Frau erklärt und zeigt sie den Kurs-Teilnehmerinnen deutlich die Besonderheiten bei Angriffen gegen eine Frau.
Bei Michaela wird klar erkennbar, dass Wing Tsun von Frauen für Frauen entwickelt wurde.

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