Aufmerksamkeit

Die wichtigste Eigenschaft, die wir brauchen, um uns vor Gefahren schützen zu können, ist unsere ständige Aufmerksamkeit.
Die beste Kampfkunst, die effizienteste Kampftechnik sind wirkungslos ohne unsere Aufmerksamkeit!
Wenn wir mit Player-Stöpseln im Ohr und Blick auf den Boden unseren Weg gehen, können wir fast nichts mehr wahrnehmen von dem, was rings um uns geschieht.
Die Bananenschale, den Kaugummi, den Hundekot, die Glassplitter am Boden, den Radfahrer oder Fußgänger, der uns entgegen kommt u.ä. sehen wir vielleicht grad noch im letzten Moment.
Der Schläger jedoch, der uns aus dem Hinterhalt anspringt oder der neben uns plötzlich zuschlägt, hat wahrscheinlich ein leichtes Spiel mit uns.

Der menschliche Verstand ist in der Praxis nicht verlässlich, am wenigsten in größter Not.” (Karl Jaspers)

Instinkt

Manche Menschen achten von Natur aus schon ständig auf alles, was um sie herum geschieht.
Sie haben gelernt, ihrem Instinkt, ihrer Intuition zu lauschen, zu vertrauen und zu befolgen, was sie dabei spüren.
Die Natur hat jedoch alle Menschen mit diesen Fähigkeiten ausgestattet.
Wir müssen sie uns nur bewusst machen.
Blicke, Mimik und „Körpersprache“ der Personen in unserer Nähe liefern uns oft schon einige nützliche Informationen:
Zeigen diese betonte Gleichgültigkeit?
Oder gar schon Feindseligkeit und Gewaltbereitschaft?
Wenn unser Gefühl, unser Instinkt uns „Gefahr“ signalisiert, sollten wir das unbedingt ernst nehmen und versuchen, der Situation zu entgehen.

Selbst-Erkenntnis

Aufmerksamkeit hat etwas zu tun mit Interesse am Leben, an der Umwelt, an den Menschen um uns, mit Neugier auf das, was noch geschehen wird.
Aufmerksamkeit – Achtsamkeit – Bewusstsein … beginnen bei uns selbst!
Denn wie wollen wir unsere Umwelt, das Geschehen um uns wahrnehmen, die Menschen um uns erkennen, wenn wir uns selbst nicht richtig wahrnehmen, uns selbst nicht erkennen, uns somit also selbst nicht kennen?
Der Weg zu Selbst-Erkenntnis und damit auch zu Selbst-Bewusstsein führt über die aufmerksame, bewusste Wahrnehmung unseres Selbst, die Selbst-Beobachtung, die Selbst-Kritik und den ehrlichen Umgang damit.
Immer wieder sich selbst prüfen und in Frage stellen:
Stimmt das noch mit meiner früheren geistigen Einstellung überein, was ich gerade denke, sage, tue?
Ist das alles noch richtig und gut für mein eigenes Wohl, für das Wohl meiner Mitmenschen, meiner Umwelt?

Meditation

Wir können unsere Wahrnehmung steigern, sie schärfen, indem wir täglich immer wieder ein paar Minuten uns irgendwo hin stellen, setzen oder legen und nur wahrnehmen, beobachten, hören, sehen, riechen, spüren, was um uns herum ist und geschieht.
Wir können dabei auch die Augen schließen und nur auf unseren Körper achten, auf unseren Atem, wie er in regelmäßigen Zügen in unseren Körper fließt und wieder ausströmt.
Alle Gedanken, die uns dabei durch unseren Kopf sprudeln und die uns immer nur ablenken von unserer Wahrnehmung, lassen wir einfach los, lassen sie ziehen, befassen uns nicht damit.
Wenn wir das täglich und regelmäßig tun, bemerken wir bald eine Erhöhung unserer Konzentrationsfähigkeit, unserer Aufmerksamkeit, unserer Bewusstheit im Alltag, im Berufs- und Privat-Leben.
Wenn wir dann nach einer Weile des Übens mit erhöhtem Bewusstsein durchs Leben gehen, dann nicht mit ängstlichem Blick und in ständiger Erwartung einer Gefahr uns um uns selbst drehend!
Denn da wir Vieles (und immer mehr) schon vorher und weit voraus sehen, werden wir ruhiger – in uns ruhend.
Nichts kann uns überraschen.
Wir sehen den Dreck auf der Straße schon lange vorher und machen einen Bogen darum.
Und während wir schon längst den Fußgänger registriert haben, der uns entgegen kommt, können wir aus den Augenwinkeln bereits den Autoverkehr abchecken, bevor wir die Straße überqueren.
Wir prüfen kurz das Gesicht des Mannes, der grad neben uns läuft, sehen seine Hände in den Taschen, und lassen ihm vielleicht den Vortritt, damit wir ihn besser beobachten können, bis er weiter weg ist.
Und wir nehmen auch all das Schöne wahr, das uns das Leben bietet:
Die bunten Blumen am Wegrand, das Vogelzwitschern im Park, den Straßenmusiker, das freundliche Lächeln eines Passanten, einen angenehmen Duft, den leuchtenden Sonnenuntergang.

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