Wege zum Ziel suchen

Die Kampf-PrinzipienGreat Wall of China

Nun haben wir unser Ziel bestimmt – und wie kommen wir dahin?
Im Wing Tsun gilt Kampfprinzip Nr. 1: „Ist der Weg frei, stoß vor!“
Mit diesem Prinzip übernehmen wir im Kampf von Anfang an die Führung.
Auf feindseliges Überschreiten der eigenen Grenzen reagieren wir mit dieser „Universal-Lösung“.
Dabei spielt die Art und Weise des gegnerischen Angriffs keine Rolle.
Egal ob körperlich oder geistig – es geht darum, selbst die Initiative zu ergreifen und dem Angreifer zuvorzukommen.
Anstatt erst abzuwehren, greifen wir direkt an.
Wenn wir damit schon unser Ziel erreichen, haben wir gute Chancen, den Angriff zu unserem Vorteil zu beenden.

„Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren!“ (Bert Brecht)

Ist der „Weg“ nicht frei, weil der Angreifer zu seinem Schutz mit seinen Armen und Händen „Hindernisse“ aufbaut, müssen wir uns entweder einen „Weg“ durch diese „Hindernisse“ suchen oder
ein neues Ziel auswählen.
Das gelingt uns leichter, wenn wir mit dem Angreifer körperlichen Kontakt aufnehmen, indem wir seine Arme (möglichst an den Handgelenken) berühren.
Wir handeln damit nach dem Kampfprinzip Nr. 2:
„Wenn der Weg nicht frei ist und Du Kontakt hast, bleib kleben!“
Damit bekommen wir alle Informationen über die Absichten des Angreifers schon, bevor er sich bewegt und können entsprechend schnell reagieren.
Körperlich wie geistig bedeutet dies, den Kontakt zum Angreifer zu halten, und ihm damit den Raum zu nehmen, zu agieren.
Dabei achten wir ständig darauf, ob der Weg zu unserem Ziel frei wird (Kampfprinzip 1) oder ob sich ein neuer Weg zu einem anderen Ziel auftut.

„Sei wie eine Briefmarke. Bleib an einer Sache dran, bis du am Ziel bist.” (Josh Billings)
 

Ist die Kraft des Gegners zu groß, lassen wir seine Angriffs-Energie wirkungslos verpuffen.
In dieser Phase gilt Kampfprinzip Nr. 3:
„Wenn die Kraft des Gegners größer ist, gib nach, verforme Dich!“
Wir lassen ihn ins Leere laufen, indem wir weich und kontrolliert nachgeben,
unseren Körper durch die Angriffs-Energie verformen lassen.
Unsere Reflexe lassen uns als Angegriffene automatisch richtig reagieren!
Und weiterhin gelten die Kampfprinzipien 1 und 2.

Für den Fall, dass der Gegner sich zurück ziehen will
(vielleicht nur, um neu ausholen zu können) gilt Kampfprinzip Nr. 4:
„Wenn der Gegner zurück weicht, folge ihm nach“.
Wir bleiben dran und lassen dem Gegner keine Zeit mehr, sich zu erholen, neu auszurichten und zu orientieren.
Aufgrund unseres ständigen Vorwärtsdrucks dringen wir sofort und automatisch wie Wasser in jede sich ergebende Lücke.
Und weiterhin gelten die Kampfprinzipien 1 und 2.
Und ganz besonders wichtig:
Wir denken achten ständig auch auf unsere „stabile Haltung“ und unseren „eigenen Schutz“.

„Wenn Du Deinem Gegner höflich den Vortritt lassen willst, dann solltest Du gar nicht erst ans Kämpfen denken!” (Kernspecht)

 

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