Ziel erreichen

Die Kraft-PrinzipienFunny body builders

Wir sind „angekommen”, unser Ziel liegt vor uns. Allerdings wartet es nicht auf uns!
Es kann im nächsten Moment schon wieder außerhalb unserer Reichweite liegen.
Also müssen wir jetzt blitzschnell unsere „Waffen abschießen“!
In diesem Moment sind besonders wichtig die vier „Kraftprinzipien” des Wing Tsun:
Denn „Kontakt halten, kleben bleiben“ heißt nicht „klammern“, nicht „festhalten“ und vor allem nicht „dagegen drücken“!
Dafür gilt das wohl schwierigste von allen WT-Prinzipien, das Kraftprinzip Nr. 1:
„Mach Dich frei von Deiner eigenen Kraft!“.
Das bedeutet:
„Bekämpfe nicht Kraft mit Kraft! Vergeude keine Energie!
Fessle Dich nicht an die Bewegungen des Gegners!“.
Wir spüren unsere eigene Kraft sofort, wenn wir mit ihr der Kraft des Angreifers entgegen wirken wollen.
In diesem Moment fesseln wir uns selbst und bremsen unsere Beweglichkeit.
Daher sollten wir lernen, unsere Muskulatur gezielt anzuspannen und sofort wieder zu entspannen.
Denn nur entspannte Muskulatur ist fähig, erst nachzugeben und dann schnell und kraftvoll zu reagieren!
Energie ist knapp, auch in der Selbstverteidigung. Deshalb gehen wir sparsam damit um.

Damit wir der Kraft des Gegners nicht ausgeliefert sind, handeln wir nach dem Kraftprinzip Nr. 2:
„Mach Dich frei von der Kraft des Gegners!“
Die Kraft des Gegners kann nur auf uns wirken und uns fesseln, wenn wir uns ihr entgegenstemmen.
Der Gegner kann seine Kraft nur da entfalten, nur da stark sein, wo wir ihm Widerstand leisten.

Grundsatz:

Wenn der Gegner drückt, dann ziehen wir. 

Wenn der Gegner zieht, dann drücken wir.

 

Bei seinem Angriff lassen wir den Angreifer dorthin, wo er hin will.
Wir bleiben jedoch nicht da, wir sind weg, wir entfernen sein Ziel.
Wir bewegen uns auf eine andere Position, wo wir sicher sind und von der aus wir unseren Gegenangriff leichter starten können.
Dabei weichen wir nicht einfach aus, sonst könnte der Angreifer seine Strategie korrigieren.
Wir kontrollieren seine Bewegungen, indem wir Kontakt zu ihm halten (s. Kampfprinzip Nr. 2).
Dieser Kontakt darf für den Angreifer jedoch nur leicht wahrnehmbar sein, damit er keine Informationen über unser Vorhaben erhält.

Der Angreifer hält nicht brav still und lässt uns agieren!
Er wird weiterhin sein Ziel verfolgen – uns zu treffen.
Für uns entsteht daraus jedoch ein Vorteil:
Die wenigsten Angreifer können nämlich angreifen und gleichzeitig dabei sich selbst schützen.
Hierfür gilt das Kraftprinzip Nr. 3:
„Verwende die Kraft des Gegners zu Deinem Vorteil gegen ihn selbst!“
Wir wehren den Angreifer nicht ab.
Wir behindern ihn nicht auf seinem Weg zu seinem Ziel.
Wir „begleiten“ ihn dorthin. Wir haben damit Kontrolle über ihn.
Wir nehmen ihm nur im letzten Moment sein Ziel weg.
Den Schwung, die Kraft, die er aufwendet, um sein Ziel zu erreichen, nutzen wir zu unserem Vorteil, zu unserem Gegenangriff.
Die Kraft des Angreifers ist Energie, die wir uns „borgen“, für uns selbst nutzen und gegen den Angreifer verwenden können!
Vergleichbar mit einer Stahlfeder: Je mehr die Feder zusammengedrückt wird, umso stärker schnellt sie nach dem Loslassen wieder hoch.

Jetzt realisieren wir das Kraftprinzip Nr. 4:
„Füge Deine eigene Kraft wieder hinzu!“
Wir verstärken den gegnerischen Angriff mit unserer eigenen Kraft und ergreifen damit wieder die Initiative.
Besonders jetzt ist es jedoch wichtig,
unsere Stabilität zu bewahren und auf unseren Schutz zu achten!
Denn dieses Hinzufügen unserer eigenen Kraft bedeutet nicht, dass wir nun unsere Muskeln spannen und unsere gesamte Kraft in unseren Angriff stecken!
Das wäre vergeudete Energie – allein schon deshalb, weil wir nicht sicher sein können, dass wir mit unserem Gegenangriff den Kampf schon beenden können.
Es könnte ja sein, dass der Angreifer schneller reagiert und uns unser Ziel weg nimmt, bevor wir es erreicht haben.
Dann würde unser Gegenangriff ins Leere gehen und unsere Energie wäre wirkungslos verpufft.
Wenn so etwas in einem Kampf mehrmals geschehen würde, wäre unsere Kraft bald verbraucht.

Wer freundlich zu seinem Gegner ist, ist grausam zu sich selbst!“ (Kernspecht)

 

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