Grundlagen der Selbstverteidigung

Notwendige Fähigkeiten und Fertigkeiten für Selbstverteidigung mit Wing Tsun

Um einen körperlichen Angriff möglichst unbeschadet überstehen oder (besser!) vermeiden zu können, brauchen wir bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Fähigkeiten sind etwas, das wir schon besitzen,
Fertigkeiten erwerben oder erlernen wir.

Unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten können wir durch Training verbessern und vertiefen.

  • Fähigkeiten:
    1.   Aufmerksamkeit, Konzentration, Achtsamkeit.
    2.   Vorstellungsvermögen, Antizipation.
    3.   Distanzgefühl, Timing.
    4.   Kampfgeist, Siegeswille, Resilienz.
  • Fertigkeiten:
    5.   Stabile Haltung, Balance.
    6.   Eigener Schutz.
    7.   Kontrolle des Angreifers.
    8.   Weiche Beweglichkeit, Flexibilität, Anpassung.
    9.   Strategisch optimale Position.
    10. WingTsun-Prinzipien.
  • Zu 1. Aufmerksamkeit, Konzentration, Achtsamkeit:
    Wenn wir unsere Umgebung, Vorgänge und die Menschen in unserer Nähe aufmerksam beachten, erkennen wir gefährliche Situationen früher und können uns rechtzeitig darauf einstellen.
    Unsere Konzentration richtet sich auf das „Hier und Jetzt“.
    In unserer Achtsamkeit ist unsere Aufmerksamkeit und unsere Konzentration enthalten, darüber hinaus jedoch eine hellwache Offenheit für die gesamte Fülle unserer Wahrnehmungen.
  • Zu 2. Vorstellungsvermögen, Antizipation:
    Wie könnte eine Situation sich entwickeln?
    Wie könnte ein Anderer sich verhalten in Bezug auf Art, Ablauf und Geschwindigkeit seiner Aktionen?
    Unsere „Vor-Ahnung“ ermöglicht uns eine frühere und bessere Vorbereitung auf ein Geschehen und lässt uns schneller reagieren.
  • Zu 3. Distanzgefühl, Timing:
    Ist der Angreifer noch weit genug entfernt – oder schon zu nah?
    Hat er “die Grenze” schon erreicht – oder gar schon überschritten?
    Starten wir unsere “Re-Aktion” zu früh, ist die Distanz zum Angreifer zu groß,
    kann er seine Aktion korrigieren, verpufft unsere “Re-Aktion” wirkungslos.
    Starten wir zu spät, erreicht der Angreifer wahrscheinlich sein Ziel.
  • Zu 4. Kampfgeist, Siegeswille, Resilienz:
    Auch in einer scheinbar hoffnungslosen Situation nicht aufgeben, sondern kämpfen mit dem absoluten Willen, trotz aller Widerstände zu siegen.
    Ein Ziel haben und dieses konsequent verfolgen!
    Widerstandsfähigkeit eines “Stehaufmännchens”.
    Zitat: „Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren!“ (Bert Brecht).
  • Zu 5. Stabile Haltung, Balance:
    Wenn wir nach einem kleinen Rempler vom Angreifer schon mit unserem Gleichgewicht kämpfen müssen, können wir nicht mehr mit dem Angreifer kämpfen.
  • Zu 6. Eigener Schutz:
    Jeder Treffer kann unsere Kraft schwächen und unsere Gegenwehr begrenzen oder gar verhindern.
    Wir tauschen jedoch gerne einen „Streifschuss“ gegen einen Volltreffer.
  • Zu 7. Kontrolle des Angreifers:
    Wir wehren einen Angriff nicht ab, sondern wir nehmen dem Angreifer nur das Ziel weg.
    Mit der gleichzeitigen Kontrolle seiner Bewegungen sind wir über seine folgenden Aktionen besser informiert und können daher schneller reagieren.
    Zitat: „Sei wie eine Briefmarke:
    Bleib an einer Sache dran, bis du am Ziel bist!“ (Josh Billings)
  • Zu 8. Weiche Beweglichkeit, Flexibilität, Anpassung:
    Unsere Beweglichkeit wird behindert durch unsere Anspannung.
    Entspannt sind wir beweglicher, schneller und anpassungsfähiger.
    Zitat: „Werde zu Wasser, sei Wasser!“ (Bruce Lee)
  • Zu 9. Strategisch optimale Position:
    Sie ist gegeben, wenn wir…
    a) … unsere stabile Haltung bewahren können,
    b) … geschützt sind,
    c) … unseren Gegen-Angriff starten können.
  • Zu 10. WingTsun-Prinzipien:
    Sie enthalten die Grundregeln für unser Verhalten in einem Kampf.
    Je konsequenter wir danach handeln, umso wahrscheinlicher wird unser Erfolg.

Wer lernen möchte, sich selbst zu verteidigen, sollte die notwendigen Fähigkeiten (1-4) schon besitzen, zumindest als Basis.
Eine Verbesserung, Verfeinerung, Vertiefung erfolgt dann in meinem Unterricht.

Das gemeinsame Lernen und Trainieren der Fertigkeiten (5-10) ist ebenfalls Inhalt meines Unterrichts.

Haben Sie vielleicht nach dem Lesen dieser Seite keine Motivation mehr, sich weiter mit dem Thema „Selbstverteidigung” zu befassen?
Das wäre zwar schade, ist jedoch besser als wenn Sie Zeit, Geld und Energie mit dem Unterricht verbrauchen und erst später erkennen, dass es Ihnen nicht viel gebracht hat!

Es nutzt Ihnen z. B. nichts, wenn ich Sie lehre, wie man kämpft, Sie jedoch den dafür erforderlichen „Kampfgeist“ gar nicht besitzen!
Ich kann einen „Hasen“ nicht in einen „Löwen“ verwandeln!

Es ist auch nicht meine Absicht, viele Schüler zu haben, um möglichst viel Geld zu verdienen!
Mein Unterricht soll meinen Schülern einen nachhaltigen, lebenslangen Nutzen bieten!
Unter gewissen „Voraussetzungen“ (s. 1-4) ist das möglich!

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