Mimik und Körpersprache

Wenn wir eine aggressive Situation bereits im Ansatz vermeiden wollen, sind praktische Minimalkenntnisse der Physiognomie und der Körpersprache nützlich.
Die Mimik entsteht durch unbewusste und durch bewusste Kontraktion der Gesichtsmuskeln.
Bereits damit „sprechen“ wir, ohne ein Wort gesagt zu haben.
Ebenso deutlich ist die Sprache unserer Augen – damit beginnt der erste Schritt der Kommunikation.
Genetisch bedingt suchen wir den Blickkontakt.
Dieser wird erwidert und meistens ist dann alles o.k.

Samy Molcho, der bekannte Experte für Körpersprache, sagt:
„Der Ausdruck der Augen kommt zustande durch die Bewegung der Muskeln um die Augenpartie und um die Augen, durch die Intensität des Blicks, durch den Vitalitätsgrad im Glanz des Auges, durch die Größe der Pupillen und durch eine lockere oder steife Haltung der Nackenmuskeln.“

Aber auch der Kampf beginnt über den Blickkontakt.
Kampfwille und Kampfbereitschaft oder Unterwürfigkeit werden damit signalisiert.
Je kleiner der Raum ist (z.B. Fahrstuhl), desto weniger lange und intensiv sollten wir Andere ansehen,
wenn wir Probleme vermeiden wollen.
Ein Blick, der für normale Menschen noch tolerabel ist, kann für einen Streitsuchenden oder jemand, der unter Drogen steht, schon zu lange gedauert haben und als Kampfansage aufgefasst werden.
Auch unter Primaten ist der intensive Blick das erste Drohsignal.
Es ist daher zu empfehlen, z.B. beim Betreten eines Raumes einen flüchtigen, teilnahmslosen Blick in die Runde zu werfen, dabei keine Person voll anzusehen.
Sollte es doch zum Blickwechsel kommen, muss der extrem kurz ausfallen.
Der kurze Blickwechsel sagt:
„Ich hab Dich wahrgenommen. Ich akzeptiere Dich und werde Dein Territorium achten.
Ich bin dichter an Dir dran, als ich sein sollte, ich will aber keinen Kampf!“
Wenn uns Jemand anstarrt, sollten wir den Blickkontakt abbrechen.
Es ist jedoch genauso wichtig, dabei dann den Kopf bzw. den Blick nicht zu senken, weil dies sonst vielleicht als Unterwürfigkeit ausgelegt werden könnte.
Und wenn wir eine Person gedankenlos zu lange anstarrten und damit zu ihrer aggressiven Frage „Ist was? Hast ein Problem?“ provozierten, sollten wir freundlich, aber mit sicherer Stimme antworten:
„Entschuldigen Sie bitte! Ich wollte Sie nicht belästigen! Ich hab Sie mit Jemand verwechselt!“
Und wenn so ein Typ uns beschimpft, uns mit irgendwelchen Kosenamen bezeichnet, dann sollte unser EGO ebenfalls fähig sein, mit einem
„Ja, Du hast vermutlich recht, denn meine Freunde sagen das auch immer zu mir!“
zu antworten.

Wenn der Typ dann trotzdem weiter auf uns zu geht, gehen wir demonstrativ zunächst etwas zurück,
richten dabei unsere Handflächen nach vorne, und rufen sehr laut (vor allem für evtl. spätere Zeugen):

„Halt!”
„Stopp!”
„Lassen Sie mich in Ruhe!”
„Fassen Sie mich nicht an!“
„Hau ab!”
„Ich will keinen Ärger!”
„Ich will mich nicht prügeln!“

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